Kunden der Volksbank Stendal müssen Strafzinsen bezahlen

Volksbank Stendal berechnet ihren bereits Kunden Strafzinsen

Stendal – Die Volksbank Stendal gibt ab sofort die Negativzinsen, die die EZB der Bank berechnet, in vollem Umfang an ihre Kunden weiter. Andere Banken werden sicher diesem Beispiel folgen.

Der Vorstand der Volksbank Stendal hat beschlossen, künftig die von der Europäischen Zentralbank (EZB) berechneten Minuszinsen, in vollem Umfang ihren Kunden zu berechnen. Derzeit betrifft das nur wohlhabende Kunden mit Einlagen über 100.000 Euro. Diesen Kunden zahlen nunmehr einen Strafzins von 0,4%.

Die Kunden werden belastet, da das Zentralinstitut der Genossenschaftsbanken, die DZ Bank, seit August 2016 die Negativzinsen der EZB an die Genossenschaftsbanken weitergibt – so der Vorstand der Volksbank Stendal. Dieses habe zur Entscheidung geführt, ab 1.10.2016 diese Minuszinsen jetzt auch an die Kunden weiterzugeben.

„Wir schlagen ja nichts drauf, die Aufbewahrung des Geldes ist gleichsam weiter kostenlos“, sagte Ingo Freidel, Vorstand der Volksbank Stendal, zur FAZ. „Die Minuszinsen gelten für alle täglich fälligen Einlagen, nicht aber z.B. für 30-Tage-Festgeld“, so Freidel.

Die Volksbank Stendal ist nicht die erste Bank, die Negativzinsen an ihre Kunden weitergibt.

Die Skatbank, eine zum Genossenschaftssektor gehörende Direktbank aus Thüringen (Altenburg), hatte bereits 2014 für Beträge über eine halbe Million Euro Minuszinsen eingeführt. Die ebenfalls genossenschaftliche Alternativ-Bank GLS plant einen monatlichen „Solidarbeitrag“ von ihren Kunden zu erheben.

Die Raiffeisenbank Gmund am Tegernsee hat es ebenfalls bereits vorgemacht: Sie berechnet 0,4% Strafzinsen ebenfalls ihren Kunden ab einer Einlagensumme ab 100.000€.

Bei diesen Entscheidungen der Banken, jetzt auch Privatanleger mit Minuszinsen zu belasten, dürfte es sich um einen weiteren Schritt hin zu einer flächendeckenden Einführung der sehr umstrittenen Negativzinsen in Deutschland handeln. Denn je mehr Banken diese berechnen, umso stärker wird der Druck auf die Banken, die sie nicht weitergeben und dadurch Wettbewerbsnachteile in Kauf nehmen müssen. Auch wird die Rechtfertigung gegenüber den Kunden umso leichter, je mehr Konkurrenten bereits den Strafzins der EZB weitergeben. Die Raiffeisenbank Gmund gab bekannt, dass sich schon mehrere Kreditinstitute bei ihr bezüglich der technischen Umsetzung und der Kommunikationsstrategie gegenüber den Kunden informiert hätten.

Die Experten sind sich alle einig, dass über Kurz oder Lang alle Banken gezwungen sein werden, die seitens der EZB berechneten Strafzinsen an alle Kunden weiterzugeben.

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