Kampf gegen Tollwut in Myanmar: VIER PFOTEN impft über 30.000 Hunde und Katzen

Kampf gegen Tollwut in Myanmar VIER PFOTEN impft über 30.000 Hunde und Katzen
Ein Tierarzt von VIER PFOTEN bereitet eine Tollwut-Impfung vor © VIER PFOTEN, Amanda Mustard

VIER PFOTEN impft im Kampf gegen Tollwut in Myanmar über 30.000 Hunde und Katzen.

Tollwut in Myanmar, April 2018 – Die internationale Tierschutzorganisation VIER PFOTEN hat innerhalb von nur vier Wochen über 30.000 Hunde und Katzen in 220 Dörfern rund um Myanmars Hauptstadt Naypyidaw gegen Tollwut geimpft. Damit ist das Gebiet, das dreimal so groß wie Singapur ist, so gut wie frei von Tollwut. In der zweiten Phase des Pilotprojekts wird das rund 40-köpfige Team – bestehend aus internationalen sowie lokalen Tierärzten und Organisationen – weitere 20.000 Tiere in der historischen Königsstadt Bagan impfen. Die Massenimpfungskampagne steht unter dem Motto „Don‘t wait vaccinate – Together we save lives“.

Dr. Amir Khalil, VIER PFOTEN Tierarzt und Leiter des Projekts:
„Als wir Anfang März unsere Arbeit in Myanmar aufnahmen, schien es unmöglich so schnell so große Fortschritte zu machen. Neben der unerträglichen Hitze war unser Team auch mit kulturellen und logistischen Hürden konfrontiert. Dass wir trotzdem bereits über 30.000 Tiere gegen Tollwut geimpft haben, zeigt, dass nichts unmöglich ist. Wir freuen uns nun auf die Zusammenarbeit mit den Bewohnern von Bagan. Dank unserer Partner in Myanmar können wir unser Ziel von 50.000 geimpften Tieren bald erreichen.“

 

Leben von Menschen und Tieren in Gefahr

Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) und Myanmars Tierhaltungs- und Veterinäramt wurden 2017 rund 62.000 Menschen in Myanmar von Hunden gebissen, 40 Prozent davon waren Kinder unter 15 Jahren. Rund 1.000 dieser Bisse endeten aufgrund von Tollwutinfektionen tödlich. Aus Angst vor Tollwut ermorden Bewohner und Behörden die Tiere oftmals brutal. Besonders in den Sommermonaten kommt es immer häufiger zu solchen Zwischenfällen.

Dr. Marina Ivanova, VIER PFOTEN Tierärztin vor Ort:
„Der Irrglaube, dass Hunde bei Hitze besonders aggressiv sind, ist in Myanmar leider weit verbreitet. Unsere Aufgabe ist es deshalb nicht nur die Tiere zu impfen, sondern auch die Menschen über Tollwut aufzuklären. Wir nehmen dabei die Ängste und Sorgen der Bewohner sehr ernst. Schließlich ist Tollwut eine reale Bedrohung in Myanmar.“

Schulterschluss gegen Tollwut

Das VIER PFOTEN Projekt trägt das von Myanmar und der WHO initiierte Ziel mit, Tollwut-Todesfälle ab 2030 auf null zu reduzieren. Die Ausgangslage dafür ist keine einfache: Es gibt schätzungsweise vier Millionen Hunde im Land. Unterstützt wird das VIER PFOTEN Team von Myanmars Tierhaltungs- und Veterinäramt sowie von freiwilligen Helfern von „Blue Cross“ und der lokalen NGO „Mingalar Myanmar“. Insgesamt sind rund 40 Personen im Einsatz. VIER PFOTEN schulte die lokalen Helfer in nachhaltiger Tollwutprävention, im richtigem Umgang mit Streunern sowie in sicheren Einfangtechniken. Zusätzlich sorgen Vorab-Besuche in den betroffenen Kommunen sowie eine Aufklärungskampagne für ein geschärftes Bewusstsein in der Region.

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Bild & Text: VIER PFOTEN, Amanda Mustard

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